Krimidinner

AGATHA CHRISTIES HOBBY IST MORD

Kriminalstück von Florian Battermann


Der alternde Schauspielstar Stanley West ist ein grässlicher Vogel, darüber sind sich alle einig. Als er plötzlich während einer Probe zu Agatha Christies neuestem Kriminalstück tödlich auf der Bühne zusammenbricht, glaubt jeder an einen Herzinfarkt. Nur seine Ehefrau Sylvia West beharrt darauf, dass es Mord gewesen sein muss. Da Regisseur und Theaterdirektor Edward Cassell kurz vor der Premiere möglichst jedes Aufsehen vermeiden möchte, kann Agatha Christie schließlich die Gunst der Stunde nutzen. Bis zum Ende der Probe will man der „Queen of Crime“ die Gelegenheit geben, den möglichen Täter zu ermitteln. Erst dann will man die Polizei benachrichtigen. Wer ist also der Mörder? Viele hätten ein Motiv für die Tat! Doch nur einer kann es gewesen sein. Der schüchterne Inspizient Dennis Ridley? Die verschlagene schottische Garderobiere Molly Preston? Der bankrotte Theaterdirektor Edward Cassell? Oder steckt sogar Max Mallowan, Agatha Christies zweiter Mann, hinter der Tat? Kann der Fall schließlich von der erfolgreichen Schriftstellerin gelöst werden, bevor der Mörder erneut zuschlägt? … denn alle Welt weiß: „Agatha Christies Hobby ist Mord“.

Aufführungsrechte: VVB Norderstedt

 

Agatha Chistie, Queen of Crime

Brigitte Wahls / Kornelia Kirwald

Sylvia West, Schauspielerin

Bärbel Stieg

Edward Cassell, Regisseur

Marc Felske / Mario Treichel

Dennis Ridley, Inspizient

Jan Holtappels / Jens Raygrotzki

Molly Preston, Garderobiere

Jasmin Hirsch

Max Mallowan, Agatha Christies 2. Ehemann

Werner Becker

Stanley West, ein sehr bald toter Schauspieler

Werner Becker

 

Regie

Lars Ceglecki

Assistenz

Hannelore Euler

 

Theaterkritik:

Kri­midin­ner inklu­sive Zeit­reise in das Eng­land des letz­ten Jahr­hun­derts: „Aga­tha Chris­ties Hobby ist Mord“

  1. Juni 2012 by Laila Mahfouz25. Mai 2012: Die berühmte Kri­mi­nal­schrift­stel­le­rin Aga­tha Chris­tie bekommt die Gele­gen­heit ihres Lebens – Sie darf selbst einen Mord­fall auf­klä­ren! Bevor die Poli­zei benach­rich­tigt wird, blei­ben ihr jedoch nur drei Stun­den und da jeder ver­däch­tig scheint, hat sie sich wahr­lich viel vor­ge­nom­men. Unter der Gesamt­lei­tung von Wer­ner Becker insze­niert der Thea­ter­re­gis­seur und Schau­spie­ler Lars Ceg­le­cki gewohnt gekonnt das span­nende und oft­mals sehr komi­sche Thea­ter­stück mit in jeder Rolle über­zeu­gen­den Darstellern.

Als der alternde Bühnen-Star Stan­ley West (Wer­ner Becker) wäh­rend einer Probe zu Aga­tha Chris­ties neu­es­tem Kri­mi­nal­stück “Der uner­war­tete Gast” plötz­lich auf der Bühne tot zusam­men­bricht, ist seine Ehe­frau Syl­via West (Bär­bel Stieg) über­zeugt davon, ihn ver­se­hent­lich mit der Thea­ter­pis­tole erschos­sen zu haben, wäh­rend der Regis­seur und Thea­ter­di­rek­tor Edward Cas­sell (Marc Felske) sowie der Inspi­zi­ent Den­nis Rid­ley (Jan Hol­tap­pels) an einen Herz­in­farkt glau­ben. Als die pani­sche Frau erkennt, dass Sie nie­man­den mit der Requi­site getö­tet haben konnte, besteht sie dar­auf, dass es sich um einen Mord han­deln muss und umge­hend die Poli­zei zu ver­stän­di­gen sei. In die­sem Moment taucht uner­war­tet Aga­tha Chris­tie (Bri­gitte Wahls) im Thea­ter auf, um einen Blick auf die Pro­ben zu werfen.

Die Auto­rin ist begeis­tert, end­lich ein­mal einem ech­ten Mord gegen­über zu ste­hen und über­re­det die ande­ren, ihr drei Stun­den Zeit zu geben, um den Fall ohne die Poli­zei zu lösen. Da der bank­rotte Thea­ter­di­rek­tor so kurz vor der Pre­miere die Poli­zei nur ungern ein­schal­ten will, stimmt er letzt­lich zu und Aga­tha Chris­tie fin­det rasch her­aus, dass viele der Anwe­sen­den ein mehr oder weni­ger star­kes Motiv für die Tat hat­ten. Doch je mehr Aga­tha Chris­tie her­aus­fin­det, desto unsi­che­rer wird sie. Schließ­lich steht sie vor dem glei­chen Dilemma wie die Leser ihrer Kri­mi­nal­ro­mane: Zu viele Ver­däch­tige ver­sper­ren die Sicht auf den wah­ren Täter! Ist es viel­leicht die ein­fäl­tige Gar­de­ro­biere Molly (Jas­min Hirsch), der schüch­terne Inspi­zi­ent Den­nis Rid­ley, die trau­ernde Witwe oder sogar der bank­rotte Thea­ter­di­rek­tor Edward Cas­sell selbst? Ob der Fall von der erfolg­rei­chen Kri­mi­nal­schrift­stel­le­rin gelöst wer­den kann, wird an die­ser Stelle natür­lich nicht ver­ra­ten, aber unum­strit­ten ist Aga­tha Chris­ties Hobby Mord!

Die Dar­stel­ler Bri­gitte Wahls, Bär­bel Stieg, Jan Hol­tap­pels, Marc Felske, Wer­ner Becker und Jas­min Hirsch über­zeu­gen durch­ge­hend und schlüp­fen auch wäh­rend des im schö­nen Ambi­ente des Hotels New Living Home ser­vier­ten 3-Gänge-Menüs nicht einen Augen­blick aus ihren Rol­len, wäh­rend sie mit den Zuschau­ern an einem Tisch sit­zen und diese in ein zeit- und situa­ti­ons­be­zo­ge­nes Gespräch zu ver­wi­ckeln ver­su­chen. Die­ser Kniff ist Lars Ceg­le­cki beson­ders gelun­gen, denn sogleich fühlt sich das Publi­kum mit ein­be­zo­gen und genießt die unge­wohnte Nähe zu den Schau­spie­lern, deren Impro­vi­sa­ti­ons­ta­lent und Kon­ver­sa­ti­ons­ge­schick. Durch beson­dere Spiel­freude zeich­ne­ten sich Bri­gitte Wahls und Marc Felske aus, doch auch die ande­ren Dar­stel­ler ver­kör­per­ten ihre Rol­len bis ins Detail.

Die humor­volle Schrift­stel­le­rin Aga­tha Chris­tie, die 2000 als “Beste Kri­mi­nal­au­to­rin des Jahr­hun­derts” aus­ge­zeich­net wurde, schrieb u. a. mehr als 60 Kri­mi­nal­ro­mane und hätte an die­ser Auf­füh­rung sicher ihre Freude gehabt. Ihr Thea­ter­stück “Die Mau­se­falle” läuft seit 1952 im Lon­do­ner St. Martin’s Theatre im West End und ist damit das am längs­ten unun­ter­bro­chen auf­ge­führte Thea­ter­stück der Welt.

Der Kri­mö­die Ham­burg ist wirk­lich ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges Stück Kri­midin­ner gelun­gen, wel­ches durch die Erfah­rung und den Ein­falls­reich­tum Lars Ceg­le­ckis und die begab­ten Dar­stel­ler bes­tens umge­setzt wurde. Die Kar­ten­preise zwi­schen EUR 60 – 70 pro Per­son tei­len sich gleich­mä­ßig zwi­schen dem Restau­rant und dem Thea­ter auf und sind damit abso­lut gerecht­fer­tigt. Beson­ders konnte sich Horst Leh­mann, der Gewin­ner einer Fla­sche “explo­si­ven” Cham­pa­gners freuen, des­sen Los vom Mör­der höchst­per­sön­lich gezo­gen wurde.

Fazit: Gutes Essen, span­nende wie auch ver­gnüg­li­che Unter­hal­tung und ein gelun­ge­ner Thea­ter­abend, den ich jedem emp­feh­len kann. Die wei­te­ren Tournee-Termine und Ört­lich­kei­ten fin­den Sie.

 

Laila Mah­fouz, 3. Juni 2012

 



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